Sicherer Speicher und Backup mit Privacy Garantie #19
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Guten Morgen @tobiaschristen in Ableitung der Annahme eines cloudbasierten Backup-&Recovery-Systems erscheinen ihre Erwartungen plausibel, aber wie kommen "Sie" zur Annahme / Überzeugung, das nur "«automatische, verschlüsselte und privatsphären-geschützte Cloud-Backups» die einzig sinnvolle Lösung" wären. Können Sie den "Sinn" formulieren und motivieren (also die Antwort auf die Frage: "Wieso sollte dies "gut" für mich als Anwender sein?"), die alle anderen Backup-&Recovery-Systeme unzulänglich erscheinen lassen? freundliche Grüsse |
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Lieber/Liebe grt-dti, Warum ist ein automatisches Backup in einen privatsphären geschützten SecureStore die beste Backup Methode für eine SSI Wallet?Lehren aus der Home-Computer und Mobile Welt Lehren aus der Server Backup Welt Erfahrungen mit Peer-to-Peer Speicherung Lehren aus der Crypto-Wallet Welt Case-Study: DSwiss e-Safe Lösungen Damit die Vertraulichkeit der gespeicherten Daten gewährleistet werden kann, ist zudem und insbesondere eine Verschlüsselungs-Architektur notwendig, welche den Grundsätzen von «Privacy Protection» und «Datenminimierung» folgt. DSwiss hat hier auf ein selbst entwickeltes Modell gesetzt, welches den Zugang zu gespeicherten Daten in Abwesenheit des Benutzers kryptographisch verhindert. Die frühe Publikation des Modells hat sich als positive vertrauensbildende Massnahme herausgestellt. SecureSafe setzte initial auf reinen Online-Zugriff, unter anderem weil dadurch die Erhaltung der Datenkonsistenz vereinfacht wurde und für reinen Web-Zugriff kein Offline-Access notwendig schien. Durch die starke Verbreitung von mobilem Access und der damit verbundenen reduzierten Zuverlässigkeit des Netzwerks (vor allem international) ergaben sich neue Anforderungen. Gewisse Use-Cases benötigen aus UX-Gründen eine sehr tiefe Latenz (z.B. das automatische Einfügen von Passwörtern), weshalb die Lösung um automatisch erstellte, lokale verschlüsselte Cache-Kopien erweitert wurde. DSwiss führte zudem seit dem Start von SecureSafe Zusatz-Dienstleistungen wie eine Datenvererbung ein. Datenvererbung schützt vor dem Totalverlust von digitalen Assets, falls der Besitzer handlungsunfähig wird oder sogar verstirbt. Solche Zusatzdienstleistungen von Dritten können nur in einem Modell mit automatischer, zentraler und privatsphärengeschützter Speicherung sinnvoll angeboten werden. Im Laufe der Jahre kamen verschiedene spezialisierte Anbieter für digitale Datenvererbung auf den Markt, die allermeisten von ihnen verschwanden jedoch wieder. Dies unter anderem auch, weil sie automatische und regelmässige Updates der Daten nicht unterstützten, was jedoch absolut essentiell für die Nützlichkeit solcher Zusatzdienste ist. Konklusion für SSI Wallets |
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Bitte die Rand- resp. Metadaten nicht vergessen. Diese mögen im Einzelfall punkto Privacy und Information Security eine untergeordnete Bedeutung haben, werden aber, wenn man alle E-IDs zusammen zentral in ein cloud repository packt, problematisch. Ein Stichwort dazu ist "Seitenkanalattacken". Ich möchte daher anregen, mal strukturiert eine Risiko- und Impact-Analyse im Zusammenhang mit einer solchen zentralen cloud-Lösung zu machen. |
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Lieber @tobiaschristen , liebe Community Ich schreibe dies als Privatperson und als Laie in SSI: Ich habe Sorgen bei den von Ihnen beschriebenen Backup-Speichern (und Password-Managern) mit 2FA: Was passiert, wenn ich den einen Faktor (den ich wissen muss) auf Grund eines medizinischen Ereignisses vergesse? Kann hier die e-ID helfen – die ausstellenden Behörden kennen mich und können mich eindeutig identifizieren? Kann ich den Zugang mit einer e-ID verknüpfen, ohne alle meine Daten zu verknüpfen (und doch ohne zusätzliches, nicht wiederherstellbares Master-Geheimnis)? Ich erinnere mich an eine Begegnung mit ärmeren US-Bürgern, die bei einem Hausbrand alle Dokumente inkl. Geburtsurkunde verloren haben, und diese mangels zentralem Einwohner-Register nicht wieder herstellen konnten. Dies kann in der Schweiz nicht passieren, aber kann ich mit der Identität auch meine Daten wieder haben? Beste Grüsse |
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Lieber Martin,
Ich verstehe Deine Frage wie folgt:
- Szenario: ein Online-Speicher wird als Backup bzw als
Online-Speicher für SSI Verifiable Credential (bzw entsprechende
Human Readable PDF Versionen) hinterlegt.
Die Wallet und der Online-Speicher sind dabei unabhängige Systeme
die von 2 unterschiedlichen Provider zur Verfügung gestellt werden
können. Bei der initialen Verknüpfung der Systeme erfahren die 2
Systeme den Identifier der Person im jeweils anderen System. Meine
Annahme wäre dazu, dass die nachfolgende Ablage der Daten über eine
API basierte Einlieferung stattfindet. Falls der Benutzer also zum
Zeitpunkt der Verknüpfung noch keinen Online-Speicher besitzt,
eröffnet er seinen Speicher in diesem Moment und wählt eine
Authentisierungs-Credential (e.g. UID/PW/2FA oder FIDO). Nun ist
die Frage wie der Benutzer, wenn er die Authentisierungs-Credential
verliert je wieder an seine (e.g. automatisch eingelieferten) Daten
kommt.
- Hersteller von privatsphären-geschützten Online-Speicher wie
Apple, SecureSafe, Proton offerieren für die Account
Wiederherstellung einen "Recovery-Code". Typischerweise wird aus dem
Code nach Eingabe durch den User in einer dedizierten Recovery
(Web-)App ein Schlüssel generiert der zur Entschlüsselung der
Key-Chain verwendet werden kann. Die Key-Chain enthält alle
Schlüssel die verwendet wurden um die einzelnen eingelieferten
Datensätze zu verschlüsseln. Es gibt auch Hersteller, welche es
ermöglichen den Recovery-Code in 2-3 Stücke zu zerteilen und diese
getrennt an vertrauenswürdige Bekannte zu übergeben. Bei
SecureSafe wird auch der "Daten-Vererbungsmechanismus" über einen
ähnlichen Mechanismus wie der oben erwähnte Recovery-Code
abgehandelt.
- Es wäre auch denkbar, dass der RecoveryCode bei vertrauenswürdigen
Anbieter (e.g. Escrow Agenturen, Bundes-Agentur, Bank,...) hinterlegt
wird und dort mit vorweisen der eID wieder abgeholt werden kann.
Hoffe dies addressiert Deine Frage?
Herzliche Grüsse
Tobi
…On 2025-02-01T15:56:56.000+01:00, Martin Gfeller ***@***.***> wrote:
***@***.*** [https://github.com/tobiaschristen] , liebe
Community
Ich schreibe dies als Privatperson und als Laie in SSI: Ich habe
Sorgen bei den von Ihnen beschriebenen Backup-Speichern (und
Password-Managern) mit 2FA: Was passiert, wenn ich den einen Faktor
(den ich wissen muss) auf Grund eines medizinischen Ereignisses
vergesse?
Kann hier die e-ID helfen – die ausstellenden Behörden kennen
mich und können mich eindeutig identifizieren? Kann ich den Zugang
mit einer e-ID verknüpfen, ohne alle meine Daten zu verknüpfen
(und doch ohne zusätzliches, nicht wiederherstellbares
Master-Geheimnis)?
Ich erinnere mich an eine Begegnung mit ärmeren US-Bürgern, die
bei einem Hausbrand alle Dokumente inkl. Geburtsurkunde verloren
haben, und diese mangels zentralem Einwohner-Register nicht wieder
herstellen konnten. Dies kann in der Schweiz nicht passieren, aber
kann ich mit der Identität auch meine Daten wieder haben?
Beste Grüsse
Martin Gfeller
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Eine gut konzipierte digitale Brieftasche sollte sicherer und besser vor Verlust geschützt sein als eine physische Brieftasche. Gemäss den Absichten einiger Europäischer Wallet Hersteller allerdings nur, wenn der Besitzer die notwendigen Schritte zur Vorbereitung auf die Wiederherstellung regelmässig selbst unternimmt. Unserer Ansicht nach, muss diese Absicherung kontinuierlich und automatisch geschehen. Diese Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass die Daten apriori nur auf dem Gerät der Digital-Wallet existieren und die Benutzer nicht in die Pflicht genommen werden sollten für technische Risiko-Mitigation.
Es existieren mehrere Alternativen für ein Wallet Backup. Das Buch «Self-Sovereign Identity» (ISBN 9781617296598) beschreibt “Offline Recovery (USB devices)”, “Automated encrypted (cloud) backup”, “Social recovery”. Nach Jahren der Marktbeobachtung sind wir unverändert davon überzeugt, dass «automatische, verschlüsselte und privatsphären-geschützte Cloud-Backups» die einzig sinnvolle Lösung sind. Am besten unterstützt ein entsprechender sicherer Speicher neben dem Recovery einer Wallet auch die geräteübergreifende Wallet-Synchronisation, die Konsolidierung von mehreren Wallets, und die Konsolidierung mit digitalen Assets aus der Vor-SSI Welt über eine separate «Off-Wallet-Applikation».
Ein Cloud-Speicher mit Privatsphärenschutzgarantie kann nicht nur die oben genannten
benutzer-zentrischen Use-Cases unterstützen, sondern auch als Transfer-Medium für zusätzliche Daten und Dokumente in ein Wallet verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist der Transfer einer Versicherungspolice, welche vom Versicherer in den Cloud-Speicher gesendet wird, von wo sie dann automatisch im Wallet hinterlegt werden kann.
Wir gehen hierbei von der Annahme aus, dass es einen offenen API-Standard geben wird der die Anbindung und Einlieferung von hoch vertrauenswürdigen Daten aus einem Digital-Wallet in sichere Drittsysteme erlaubt. Für regelmässige und asynchron ausgestellte Daten/Dokumente sollte auch die direkte Einlieferung von der Quelle in den Cloud-Speicher möglich sein.
Das Grund-Setup einer solchen Lösung sollte 4 Eigenschaften haben:
Die Vertraulichkeit der Daten in den prozessierenden Systemen ist über weiterführende Controls zu gewährleisten.
Damit dieser Post hier nicht zu lang wird würden wir folgende Themen in separaten Posts skizzieren:
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